Der Wegwerfgesellschaft entgegen wirken

Reparieren statt wegwerfen

In der Generation unserer Großeltern und zum Teil auch noch in der Generation unserer Eltern war es
noch ganz einfach: Neu gekauft wurde nicht; was kaputt war, wurde repariert. Radios gelötet, Socken
gestopft, Teller geklebt…
Dieser Gedanke ist uns in den letzten Jahrzehnten immer weiter abhanden  gekommen. Schnell neu kaufen wird als „billiger“ bewertet als die Zeit, die man zur Reparatur einsetzen
muss. Zudem erschweren viele Hersteller die Reparatur ihrer Geräte – Stichwort: Fest eingebaute Akkus,
zum Beispiel in Mobiltelefonen oder in Rasierapparaten. Denn sie leben ja gerade davon, dass die
Kunden immer wieder neue Produkte kaufen. Doch die Rechnung geht nicht immer auf. Wegwerfen ist
eine riesige Ressourcen-Vergeudung.

Dieser Gedanke setzt sich immer weiter durch. In vielen Städten gibt es sie daher schon: Reparatur-
Cafes. Eine kluge und schöne Alternative zur Wegwerfgesellschaft. Der Grundgedanke ist ganz einfach:
In den Cafes kommen Menschen zusammen, die Dinge reparieren können, über das notwendige
Knowhow oder Werkzeug verfügen. Dort können Menschen mit einem Loch in der Jeans, einem defekten
Bügeleisen oder mit einem Fahrradplatten vorbei kommen, um sich einfach helfen zu lassen. In Städten
oder in Vierteln, in denen es solche Reparatur-Cafes bereits gibt, sprechen die Menschen davon, dass
die Gemeinschaft gestärkt wird. Und andere berichten begeistert, dass sie nun selber kleine Dinge selber
reparieren können, weil sie im Cafe einen Schulterblick wagen durften.
Denkt man den Gedanken der Reparatur-Cafes groß und malt sich dazu eine parallel stattfindende
Ausleihbörse aus, dann kann man schnell ins Schwärmen geraten und auf die nachhaltige Veränderung
von Sozialgefügen und Konsumkreisläufen hoffen. Nach niederländischem Vorbild gibt es in Deutschland
die Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis. Sie unterstützt dabei die Infrastruktur für die Etablierung
von eigenen Reparatur-Initiativen zu schaffen. Die Stiftung selbst spricht davon, man arbeite mit
Akteuren und Initiativen freier Assoziation und Namensgebung zusammen, die zu einer
commons-basierten Kultur der Nachhaltigkeit und des gemeinschaftlichen Selbermachens
beitragen wollen.

Das ist doch was: Der Wegwerfgesellschaft entgegen wirken, Geld sparen, neue Kontakte
knüpfen, selber lernen, Dinge zu reparieren. Es ist so einfach. Man muss sich nur noch auf den
Weg machen.

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