Forest Green Rover – der erste voll-ökologische Fußballverein

Forest Green RoverForest Green Rover. Der Verein spielt in der fünften englischen Liga. Sportlich ist er also eher zu vernachlässigen. Dennoch ist es ein ganz besonderer Club: Es ist der erste voll-ökologische Fußballverein.

Und das bedeutet zum Beispiel, dass der Rasen im englischen Stadion ohne Chemie auskommt. Er wird mit Seetang gedüngt. Regenwasser wird in Tanks unter der Spielfläche gesammelt, so dass der Rasen in trockenen Phasen damit gewässert werden kann. Auf dem Stadiondach gibt es eine große Solaranlage, auf dem Stadion-Parkplatz stehen Tanksäulen für E-Mobile. Insgesamt will man in jedem Fall CO2-neutral arbeiten und Fußball spielen.

Die Fans des Clubs nennen sich Green Army, mussten aber doch schwer schlucken, als auch Fleisch aus dem Stadion-Catering verbannt wurde. Dort gibt es nun nur noch veganes Essen. Auch die Spieler ernähren sich offiziell vegan.

Der Club plant den Aufstieg bis in die zweite englische Liga, auch wenn ein Aufstieg in der aktuellen Saison kaum noch machbar scheint. Unabhängig davon soll ein neues Stadion her und auch dessen Pläne gibt es bereits: Es soll das erste Stadion werden, das komplett aus Holz – einem nachwachsenden Rohstoff – gebaut werden soll.

4 Gedanken zu „Forest Green Rover – der erste voll-ökologische Fußballverein

  1. Gutes Beispiel dafür, wie eine gute Idee verhunzt werden kann. In der Öffentlichkeit kommt mal wieder an, daß öko dasselbe sei wie Veganismus. Tatsächlich hat beides nichts miteinander zu tun.

  2. Ich befürchte, dass bei dem Verein „ökö“ sowie „vegan“ zum propagandistischen Marketinggag (vegan) verwurstet werden. Bei hohem, durch Sport bedingten Eiweißbedarf ist Fleisch (gerne auch Fisch) als Proteinquelle kaum verzichtbar. Grund sind die vorteilhaftere (weil kompatiblere) Zusammensetzung der Eiweißstrukturen / Aminosäurencluster. Vegane Proteinquellen sind häufig biochemisch nicht konzentriert genug, so dass zu hohe Kohlenhydratmengen beikonsumiert werden. Beim Fußball (ausdauerbetont) kann die vegane Ernährung aus meiner Sicht aber vermutlich klappen. (hoher regelmäßiger Energieverbrauch steht dabei im Vordergrund)
    Beim Wasserverbrauch wird die Sache zweischneidiger. Es gibt wasserreiche und trockenere Gebiete. Berlin z.B. hat er ein Problem hoher Grundwasserstände. Das bereitet Probleme bei Bebauungen. Höherer Wasserverbrauch hätte dann eher Vorteile für die Stadt aus Stadtentwicklungssicht.
    Auf der Abwasserreinigungsseite kämpfen die Aufbereitungsanlagen in Deutschland schon seit Jahrzehnten mit zu hoher Konzentration reinigungspflichtiger Stoffe, so dass Frischwasser zur Verdünnung zugeführt werden muss. (sensibilisert wurde das Thema bereits durch den sparsameren Wasserverbrauch bei Waschmaschinen)
    Für den Verein ist es (sofern der Standort wasserreicher ist – das sollte im regenverwöhnten Englang der Fall sein) eher ein ökonomischer Vorteil, da mit dem sorgsamen Umgang mit Wasser die Betriebskosten deutlich gesenkt werden können.
    Insgesamt begrüße ich das Bewusstsein für Umweltbelange, aber letztendlich hat verändertes Verhalten auch Folgen, die verlagerte Probleme erzeugen können. Als Modellversuch zur Erlangung von neuen Erkenntnissen in der Praxis kann so ein Vorhaben trotz mancher Bedenken sehr hilfreich sein.

    Disclaimer: Das Thema ist sehr komplex. Es sind nur ein paar kurze Stichworte, die ich zu elektronischem Papier darniederwuchtete. Eine höchstdifferenzierte Darstellung würde den Rahmen erheblich sprengen.

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